27. Januar 2022

Stopp der Bundesförderung für effiziente Gebäude gefährdet öffentliche und privat Bauprojekte

Immobilienmarkt

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) der KfW wurde in Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) mit sofortiger Wirkung mit einem vorläufigen Programmstopp belegt. Die Entscheidung gilt für alle KfW-Programmvarianten in der BEG und damit auch für die wohnungswirtschaftlichen Programme.

Durch diesen sofortigen Stopp der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) der KfW werden rund 300.000 Wohnungen in Deutschland nicht wie geplant gebaut oder modernisiert werden können. Das zeigen Berechnungen des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW auf Grundlage der bislang erzielten Fördereffekte durch die BEG. Diese Entscheidung der Bundesregierung hat ebenfalls gravierende Auswirkungen auf die Bautätigkeiten der Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB). Ein Drittel des Finanzierungsvolumens für die Bauprojekte der HWB, die im Jahr 2022 starten sollten, stammt aus den nun gestoppten Fördermitteln.

Kein Verständnis für die Entscheidung

„Diese katastrophale Entscheidung bringt die städtebauliche Entwicklung sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Hofheim massiv in Gefahr“, sagt Bürgermeister und HWB-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Vogt. Insbesondere vor dem Hintergrund steigender Baukosten, dem großen Druck auf dem Wohnungsmarkt und der durch die Corona-Pandemie schwierige Bauzeitenplanung sei der sofortige Stopp der Fördermittel nicht nachvollziehbar. „Wir verstehen die grundsätzliche Zielsetzung der Bundesregierung wirklich nur hoch energieeffiziente Projekte zu fördern und sehen langfristig eine Stärkung der Position der HWB. Allerdings ist die bremsende und verunsichernde ad-hoc-Vorgehensweise absolut unverständlich.“

Überrumpelt

HWB-Geschäftsführer Norman Diehl: „Wir sind, wie alle in der Branche, von dieser Entscheidung völlig überrascht. Stand heute können wir keines der geplanten Bauprojekte in diesem Jahr umsetzen.“ Ein Lichtblick sei, dass die Bundesbauministerin das Problem erkannt habe Diehl führt weiter aus, „dass eine solche Unterbrechung und Verzögerung nicht einfach eins zu eins aufzuholen ist. Unsere Planer sind seit Monaten am Arbeiten und diese Ergebnisse werden nun eventuell über den Haufen geworfen. Dies verteuert völlig unnötig noch weiter geplante Projekte.“ Zudem seien die Förderanträge Voraussetzung für den Baustart der einzelnen Projekte. Der jetzige Stopp führe auch deshalb zu zusätzlichen Verzögerungen. Man hoffe nun auf eine schnellstmögliche Lösung.

Konkret geht es um die HWB-Projekte an der Hofheimer Straße und auf dem ehemaligen Nahkaufgelände in Lorsbach, das QuartierHochVier an der Höchster Straße, das Projekt Polaris an der Homburger Straße sowie den Stadtteiltreff in Hofheim-Nord, für die nun die Förderung fehlt. Auch die Sanierung der Bestandgebäude Am Forsthaus in Hofheim ist davon betroffen. Für alle Projekte ist insgesamt ein Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro angesetzt, ca. 16 Millionen davon aus KfW-Mitteln bei einem KfW-Tilgungszuschuss von insgesamt 4 Millionen Euro.

Abschließend sei noch darauf hingewiesen, dass der Programmstopp auch jeden privaten Häuslebauer trifft und diese vor erst einmal ihren Traum vom Eigenheim in der geplanten Form nicht umsetzen können. red

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