Wenn das Laub von den Bäumen fällt werden manche Menschen melancholisch und blicken zurück auf das vergangene Jahr. In unseren Buchtipps müssen die Protagonistinnen weiter in die Vergangenheit, um ihr Leben aufzuarbeiten. Wem dass zu Psychologie, der findet vielleicht Spaß am Kochen. In diesem Fall kommenitalienisch-amerikanische Speisen auf den Tisch.

Die Kinder von Bilbao – Maria Larrea
Was bedeutet es für ein Leben, wenn plötzlich die Wurzeln gekappt werden? Als Maria mit Ende zwanzig erfährt, dass sie adoptiert ist, fühlt sie sich, als würde ihr der Boden unter den Füßen weggerissen. Sie begibt sich auf die Spuren ihrer eigenen Identität und versucht zu ergründen, wie sie zu der geworden ist, die sie jetzt ist. Während Maria in die Erinnerungen an ihre Kindheit in Paris eintaucht, imaginiert sie parallel die Geschichten ihrer Eltern: Victoria, geboren in Galicien, und Julián, einige Kilometer weiter in Bilbao. Jahre später begegnen sie sich, verlieben sich ineinander, wandern gemeinsam nach Frankreich aus, wünschen sich ein Kind. Maria erzählt von ihrer Suche nach dem Ursprung, von Herkunft und Prägung, von biologischen Eltern und Adoptiveltern, von Verlust und Liebe. Schreibend gewinnt sie Satz für Satz die Macht über ihr Leben zurück.
The Tucci Table – Stanley Tucci
The Tucci Table« ist eine warme Einladung in die Küche von Stanley Tucci. Dieser kulinarische Liebesbrief feiert die Freude am gemeinsamen Kochen mit Familie und Freunden und vereint authentische italienisch-amerikanische und britische Familienrezepte. Jedes Gericht wird von persönlichen Anekdoten und Bildern begleitet, die intime Einblicke gewähren. So macht dieses Buch Lust, sich an den Küchentisch der Tuccis zu setzen!


Junge Frau mit Katze – Daniela Dröscher
Zeit ihres Lebens stand Ela wortwörtlich im Schatten ihrer Mutter. Deren dicker Körper, so die Überzeugung des Vaters, war für das Unglück der gesamen Familie verantwortlich. Nun ist Ela erwachsen und es ist ihr eigener, ihr kranker, Körper, der sie verzweifeln lässt. Kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion erlebt Ela einen Zusammenbruch. Während sie unbewusst mit der Frage ringt, ob sie ihren Platz in der akademischen Welt wirklich verdient hat, rebelliert ihr Körper: der Hals, das Herz, die Haut – Ela steht in Flammen und gerät in immer größere Panik.
So wie die Geschichte ihrer Mutter, der Daniela Dröscher ihren großen Romanerfolg »Lügen über meine Mutter« gewidmet hat, ist auch Elas späte Selbstfindung und Selbstermächtigung meisterhaft autofiktional konstruiert, psychologisch mitreißend und hinreißend komisch.