Manche Filmstarts sind mehr als nur neues Programm – sie sind ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Allen voran „Die drei ??? – Toteninsel“: Kaum eine Reihe hat über Jahrzehnte hinweg eine so treue Fangemeinde aufgebaut. Ob als Bücher, Theaterstücke oder vor allem als Hörspiele und Podcasts – Justus, Peter und Bob gehören für viele fest zum Alltag. Für nicht wenige sind ihre Fälle bis heute das bewährte Ritual zum Einschlafen, die vertrauten Stimmen eine echte Gute-Nacht-Geschichte für Generationen.
Passend dazu kommen in dieser Woche noch zwei weitere Filme in die Kinos, die ebenfalls zwischen Erinnerung, Gegenwart und neuen Perspektiven pendeln: „Die progressiven Nostalgiker“ und „Hamnet“. Drei Starts, drei sehr unterschiedliche Erzählweisen – und jede für sich ein guter Grund, dem Kino wieder einmal einen Besuch abzustatten.
Die drei ??? – Toteninsel
Kaum haben die Sommerferien begonnen, planen Justus (Julius Weckauf), Peter (Nevio Wendt) und Bob (Levi Brandl) einen Roadtrip. Doch bevor sie aufbrechen können, bringt ein anonymer Anruf in der Zentrale ihre Pläne ins Wanken: Ein neuer Fall wartet auf die drei Detektive. Ihre Ermittlungen führen sie zu einem geheimnisvollen Geheimbund namens Sphinx. Angeführt wird die Organisation vom undurchsichtigen Professor Phoenix (Andreas Pietschmann) und dessen Assistenten Olin (Jannik Schümann). Die Gruppe betreibt illegale Ausgrabungen und verkauft geraubte Artefakte gewinnbringend weiter. Schon bald richtet sich der Fokus auf die Vulkaninsel Makatao, die unter dem Namen Toteninsel gefürchtet ist. Dort befindet sich eine Grabstätte, um die sich düstere Legenden ranken – angeblich soll niemand, der die Insel betritt, je zurückkehren. Trotz der Gefahr begibt sich Sphinx auf eine Expedition dorthin. Welche Motive stecken hinter dieser riskanten Unternehmung? Und welche Rolle spielt der einflussreiche Unternehmer Joseph Saito Hadden (Simon Kluth) bei dem Vorhaben?
Dauer: 104 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Die progressiven Nostalgiker
Michel (Didier Bourdon) und seine Frau Hélène (Elsa Zylberstein) führen ein, nach allen Regeln der Kunst, beschauliches Leben. Er verdingt sich als nicht sonderlich bedeutender Bankangestellter, sie schmeißt den Haushalt – wie das im Frankreich der 1950er Jahre eben üblich ist. Doch dieses Jahrzehnt ist für die beiden schneller Geschichte, als geplant. Denn durch einen Kurzschluss setzt die neue Waschmaschine das ganze Haus unter Strom und schickt die beiden irrerweise durch die Zeit bis ins Jahr 2025. Für Hélène entpuppt sich das als regelrechter Befreiungsschlag: Sie muss ihr Dasein nicht länger als Hausfrau fristen, kann Karriere machen und muss den Ton nicht länger nur von ihrem Mann angeben lassen. Doch der kommt wesentlich schlechter mit der neuen Welt zurecht als sie. Aber kann oder sollte die Waschmaschine noch einmal für eine Reise zurück angeschmissen werden?
Dauer: 103 Minuten
FSK: ab 6 Jahre
Hamnet
Wir schreiben das Jahr 1580 und der im kleinen englischen Dorf Stratford-upon-Avon als Lateinlehrer arbeitende William Shakespeare (Paul Mescal) verliebt sich in Agnes (Jessie Buckley). Im Dorf wird hinter immer weniger vorgehaltener Hand vermutet, sie sei eigentlich gar keine Heilerin, sondern eine richtige Hexe. Aber das ist William egal. Die beiden stürzen sich Hals über Kopf in das gemeinsame Leben und bekommen auch schnell drei Kinder. Erst wird Susanna (Bodhi Rae Breathnach) geboren, kurz darauf die Zwillinge Judith (Olivia Lynes) und Hamnet (Jacobi Jupe). Doch mit der Familie endet das Träumen zumindest für William noch nicht. Er will das Lehren endlich hinter sich lassen können und als Dramatiker arbeiten. Auf dem Land geht das jedoch eher schlecht als recht. Also geht er, ermutigt von Agnes, nach London. Erst ist die Familie als nur räumlich voneinander getrennt, dann pflügt die Pest durch das Land und tötet auch Hamnet mit gerade einmal elf Jahren. Das treibt William an, seinem Sohn zu Ehren ein Stück zu schreiben… Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Maggie O’Farrell.
Dauer: 125 Minuten
FSK: 12 Jahre