Diese Woche wird es im Kino emotional, düster – und herrlich schräg. Ein berührender Blick in den Irak der 90er Jahre, gepflegter Grusel für starke Nerven und eine bitterböse Komödie mit ordentlich Wumms: Die aktuellen Filmstarts haben ordentlich Bandbreite. Mit „Ein Kuchen für den Präsidenten“ erwartet das Publikum ein sehr persönliches Drama aus der Sicht eines Mädchens, das trotz großer Armut einen Geburtstagskuchen für Saddam Hussein backen muss – leise, eindringlich und lange nachwirkend. Freunde des gepflegten Horrors kommen bei „Return to Silent Hill“ voll auf ihre Kosten: düstere Atmosphäre, beklemmende Bilder und ordentlich Gänsehaut garantiert. Und wer es verzweifelt komisch, brutal und ein bisschen absurd mag, sollte „No Other Choice“ nicht verpassen – schwarzer Humor trifft auf schonungslose Eskalation. Klingt nach einer spannenden Kinowoche, oder?
Ein Kuchen für den Präsidenten
Im Irak der 1990er-Jahre zwingt der Staat trotz Not und Mangel die Bevölkerung, den Geburtstag von Saddam Hussein landesweit zu feiern. In Lamias (Baneen Ahmad Nayyef) Schule entscheidet ein Los darüber, welche Schülerin den Festkuchen für die örtlichen Feierlichkeiten backen muss – und ausgerechnet die 9-Jährige trifft es. Eine nahezu unlösbare Aufgabe, denn im ganzen Land herrscht Lebensmittelknappheit, besonders bei Eiern, Zucker und Mehl. Scheitert sie, drohen ihrer Familie Konsequenzen. Nur zwei Tage bleiben ihr, um die benötigten Zutaten zu besorgen. Gemeinsam mit ihrem Mitschüler Saeed (Sajad Mohamad Qasem) und begleitet vom Hahn Hindi macht sie sich auf den Weg in die nächste Stadt.
Dauer: 102 MInuten
FSK: ab 6 Jahre
Return To Silent Hill
James Sunderland (Jeremy Irvine) ist fassungslos, als er den Brief öffnet. In dem mysteriösen Umschlag befindet sich nämlich Nachricht über den Verbleib seiner Frau Mary (Hannah Emily Anderson). Und die sollte eigentlich tot sein – so jedenfalls James‘ bisherige Überzeugung. Die geheimnisvolle Botschaft lockt ihn nach Silent Hill, doch statt Gewissheit erwartet ihn dort eine finstere Zwischenwelt, in der ihm verschiedenste Gedanken und Wesen nach dem Leben trachten. Wie soll er hier überhaupt noch einen klaren Gedanken fassen, geschweige denn seine Frau Mary wiederfinden – wenn sie denn tatsächlich noch leben sollte…
Dauer: 106 Minuten
FSK ab 16 Jahre
No Other Choice
Man-su (Lee Byung-hun), ein Manager mittleren Alters mit passablem Auskommen, wird aus seiner Papierfabrik entlassen, als die Sparschraube angesetzt wird und künstliche Intelligenz aus diesem Grund als vermeintlich bessere Alternative an die Tür klopft. Er und seine Familie stehen plötzlich mit einer enormen Einkommenssäule weniger da. Achtzehn lange Monate später und immer noch ohne neue Arbeit, gibt Man-su seiner Jobsuche eine neue Wendung – und lässt dafür die Moral hinter sich. Mit akribischer Sorgfalt findet er genau die sieben Männer in der Umgebung, die den Job, der seiner Meinung nach rechtmäßig ihm gehören sollte, übernehmen könnten, und tötet sie systematisch. Er wandelt sich vom sanftmütigen mittleren Manager zum skrupellosen Mörder und entdeckt dabei Fähigkeiten, von denen er nie wusste, dass er sie hat – und die ihm viel zu leicht fallen.
Dauer: 139
FSK ab 16 Jahre
