5. Juni 2026

Weniger Mähen, mehr Wildnis? Hofheim setzt auf Wildwiesen auf Friedhöfen

Naturnähe senkt Kosten

Schön oder oder einfach nur ungepflegt? DIe Wiesenflächen auf den Hofheimer Friedhöfen.
Wie hier auf dem Friedhof in Wallau, bleiben viele Flächen auf den Hofheimer Friedhöfen zukünftig ungemäht. Foto: Stadt Hofheim

Zwischen blühender Artenvielfalt und eingespartem Pflegeaufwand sieht die Stadt Hofheim ihre Friedhöfe auf einem guten Weg. Auf ausgewählten Flächen sollen künftig Wildwiesen entstehen, die Insekten und anderen Tierarten zusätzlichen Lebensraum bieten.

Wer allerdings auf bunte Blumenwiesen hofft, dürfte vielerorts enttäuscht werden. Statt farbenfroher Wildblumen prägen derzeit vor allem hochgewachsene Gräser das Bild auf zahlreichen Friedhofsflächen. Die von der Stadt propagierte ökologische Vielfalt ist für Besucher bislang nur eingeschränkt erkennbar.

Pflegeaufwand wird reduziert

Nach Angaben der Stadt Hofheim sollen die Wildwiesen einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Biodiversität leisten. Gleichzeitig ermögliche die reduzierte Mahd einen sparsameren Einsatz von Personal und Ressourcen.

„Friedhöfe sind nicht nur Orte der Erinnerung und des Gedenkens, sondern auch bedeutende Grünräume im Stadtgebiet“, erklärt Erster Stadtrat Daniel Philipp. Mit den Wildwiesen entstünden wertvolle Lebensräume für Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge.

Weniger gepflegtes Erscheinungsbild gewollt

Die Stadt räumt ein, dass die Flächen zeitweise ein „weniger klassisch gepflegtes Erscheinungsbild“ aufweisen. Dies sei Teil des naturnahen Konzeptes und entspreche den politischen Beschlüssen zur Förderung von Nachhaltigkeit und Biodiversität.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung auf dem Jüdischen Friedhof in Wallau. Dort wird nach Beobachtungen von Besuchern inzwischen praktisch keine Schnittpflege mehr durchgeführt. Das Gelände verwildert zunehmend und ist stellenweise kaum noch als gepflegte Friedhofsanlage wahrnehmbar.

Gräber und Wege sollen gepflegt bleiben

Die Stadt betont jedoch, dass Wege, Sitzbereiche sowie die unmittelbaren Umgebungen von Grabstätten weiterhin regelmäßig gepflegt werden. Auch die Verkehrssicherheit sei jederzeit gewährleistet.

Ob die neuen Wildwiesen in den kommenden Jahren tatsächlich zu den erhofften blütenreichen Lebensräumen werden oder vor allem als Folge eines reduzierten Pflegeaufwandes wahrgenommen werden, dürfte sich erst mit der weiteren Entwicklung der Flächen zeigen. red

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