Zwei Filme, zwei Abende voller überraschender Wendungen: In Olivia Wildes „The Invite“ bringt ein gemeinsames Essen mit den Nachbarn verdrängte Sehnsüchte und alte Beziehungskonflikte ans Licht. Pedro Almodóvars „Bitteres Fest“ erzählt dagegen von Trauer, einer persönlichen Krise und einer Reise, auf der die Grenzen zwischen Erlebtem und Erfundenem verschwimmen. Die beiden aktuellen Filmtipps gibt es diese Woche auf Wallau Online.
The Invite
Nach 15 Jahren scheint sich die Ehe von Angela (Olivia Wilde) und Joe (Seth Rogen) nicht nur totgelaufen zu haben, sondern steht regelrecht vor dem Kollaps. Doch die Einladung an die Nachbar*innen ist nun mal schon ausgesprochen. Also kommen Pina (Penélope Cruz) und Hawk (Edward Norton) von gegenüber eben zum Essen vorbei. Wenn Angela und Joe sie mal zufällig im Fahrstuhl treffen, wirken die beiden zwar eher kühl und distanziert, aber was solls… Doch als Pina und Hawk aufschlagen, ist davon nicht mehr viel zu merken. Statt sich auf den bedeutungslosen Smalltalk und ein bisschen Essen einzulassen, machen die Nachbarn Angela und Joe schon bald offene Avancen – denn sie sind anscheinend polyamourös und durchaus offen für mehr als nur traute Zweisamkeit. Die Frage ist jedoch, ob sich Angela und Joe angesichts ihrer eingeschlafenen Ehe darauf einlassen sollen oder ob die ganze Gemengelage doch noch etwas komplizierter ist.
Dauer: 107 Minuten
FSK: 12
Bitteres Fest
Elsa (Bárbara Lennie) arbeitet recht erfolgreich als Werbedirektorin. Das kommt ihr ganz gelegen, als während der Dezemberferien ihre Mutter verstirbt. Denn so muss sie sich nicht der Trauer ergeben, sondern kann sich sich weiter in ihre Arbeit stürzen und die Trauer verdrängen, ohne sich wirklich bewusst mit dem Verlust auseinandersetzen zu müssen. Erst eine persönliche Krise zwingt sie schließlich dazu, Abstand von ihrem arbeitsschwangeren Alltag zu nehmen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Patricia (Victoria Luengo) reist sie nach Lanzarote, wo sich ihr dann jedoch neue Perspektiven eröffnen. Neue Perspektiven könnte auch der Filmemacher Raúl Durán vertragen. Denn der steckt inmitten einer schweren kreativen Krise. Die Arbeit an seinem nächsten Werk erweist sich dennoch „produktiver“ als vielleicht erwartet. Es ist nämlich genau die Geschichte, die Elsa am gleichen Ort zu einer anderen Zeit erlebt.
Dauer: 112 Minuten
FSK: 12 Jahre
