Während in fast allen Hofheimer Stadtteilen die Brunnen wieder laufen, bleibt die Anlage im Wallauer Recepturhof weiterhin außer Betrieb. Besonders ärgerlich ist das, weil Ortsbeirat und zahlreiche Bürger frühzeitig darauf hingewiesen hatten, den zentralen Platz während der Sommermonate mit einer gastronomischen Interimslösung zu beleben. Zu einem attraktiven Treffpunkt gehört jedoch auch der vorhandene Brunnen – der zur Verfügung steht, von der Stadt bislang aber nicht betrieben wird.
Der Recepturhof ist einer der wenigen zentralen Treffpunkte in Wallau. Nach dem Ende der bisherigen Bewirtung war deshalb frühzeitig vorgeschlagen worden, mit einer Übergangslösung zumindest während der warmen Monate gastronomisches Leben auf dem Platz zu erhalten. Trotz entsprechender Interessensbekundungen kam bislang keine Vereinbarung zustande
Frühe Hinweise ohne Wirkung.
Auch um den Brunnen kümmerte sich die Stadt nicht rechtzeitig. Erst jetzt teilt das Rathaus mit, dass es in Wallau Gespräche mit möglichen sogenannten „Brunnenexperten“ gebe. Zu einem Zeitpunkt, an dem ein großer Teil des Sommers bereits vorüber ist, kommt diese Initiative reichlich spät.
Andere Stadtteile waren schneller
In Marxheim, Diedenbergen und Langenhain sind die Brunnen bereits in der letzten Juliwoche wieder in Betrieb gegangen. Dort hat Wolfgang Gräber vom Sanitär- und Heizungsbaubetrieb „WG GmbH und Co KG“ für zunächst zwei Monate die Verantwortung und Kosten übernommen.
Zweimal wöchentlich kontrolliert er die Anlagen, entfernt Laub, behebt kleinere Mängel und meldet größere Schäden an die Stadt. Darüber hinaus trägt er die Strom- und Wasserkosten. Diese belaufen sich für zwei Monate auf jeweils 150 Euro pro Brunnen.
Auch in Wildsachsen läuft der mit Quellwasser gespeiste Brunnen während der Sommermonate. Die Betreuung übernehmen dort Mitglieder des Ortsbeirates.
Stadt setzt auf Ehrenamt
Bürgermeister Wilhelm Schultze dankt den Beteiligten für ihr ehrenamtliches Engagement. Der Erste Stadtrat Daniel Philipp bezeichnet die Brunnenpatenschaften als Pilotprojekt, das im kommenden Jahr fortgesetzt werden könnte.
So begrüßenswert das Engagement der Ehrenamtlichen ist, so deutlich zeigt das Beispiel Wallau jedoch auch die Versäumnisse der Stadt: Ein vorhandener Brunnen bleibt trocken, eine gastronomische Zwischenlösung – die möglicherweise auch den Betrieb des Brunnens übernehmen würde – kommt trotz interessierter Bewerber und Unterstützung durch den Ortsbeirat nicht zustande und der Recepturhof verliert ausgerechnet im Sommer seine Funktion als lebendiger Treffpunkt.
Ortsbeirat bleibt außen vor
Ortsvorsteher Jörg Ströhmann zeigt sich darüber hinaus verwundert, dass der Ortsbeirat in keiner Form in das Projekt eingebunden ist: „Warum wendet die Stadt sich nicht zuerst an den Ortsbeirat? Wir haben das Thema Recepturhof dauerhaft auf unserer Agenda und sicher auch genug Kompetenz in unserem Gremium, um mögliche „Brunnenexperten“ vorzuschlagen. Eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit sieht anders aus.“
Wer sich als „Brunnenexperte“ engagieren möchte und über eine entsprechende Qualifikation verfügt, kann sich beim Fachbereich Verkehrsplanung unter Telefon 06192 / 202-416 oder per E-Mail an teamverkehrsanlagen@hofheim.de melden. red
