10. August 2026

Wallauerin gewinnt Küchenschlacht – Cornelia Koall kocht sich zum Sieg

Nervenstarke Hobbyköchin

Kochen kann sie - die Wallauerin Cornelia Koall.
"Nelson Müller ist ein toller Mensch. Ich habe mich auch sehr gefreut, als ich hörte, dass ich bei ihm kochen kann", findet die Wallauerin und Küchenschlacht-Siegerin Cornelia Koall. Foto: Cornelia Koall

Cornelia Koall kennt man in Wallau als engagierte Ortsbeirätin und SPD-Mitglied. Dass sie nicht nur politische Themen, sondern auch Risotto, Ravioli und ein störrisches Studiokochfeld souverän in den Griff bekommt, wissen seit der vergangenen Woche auch die Zuschauer der ZDF-Sendung „Die Küchenschlacht“. Die Wallauerin setzte sich mit Können, guten Nerven und, wie sie selbst sagt, einer Portion Glück gegen ihre Mitstreiter durch.

Der Sieg war für Koall selbst offenbar schwerer zu verdauen als ihre Gerichte. „Ich konnte es echt nicht glauben, dass ich es geschafft habe. Ich habe noch Tage gebraucht, bis ich das so richtig realisiert hatte“, erzählt sie.

Von der Zuschauerin zur Kandidatin

Mehr als zehn Jahre lang verfolgte Koall die „Küchenschlacht“ regelmäßig vor dem Fernseher. Wer selbst gerne kocht, bleibt dabei irgendwann nicht mehr nur Zuschauer. „Dann stellt man sich die Frage: Kann ich das auch?“

Sie konnte. Allerdings brauchte sie bis zu ihrem Auftritt Geduld. Bereits im Februar 2025 hatte sich eine erste Möglichkeit ergeben. Von den angebotenen Terminen passte für sie aber nur ein einziger – und bei diesem kam sie zunächst nicht zum Zuge. Koall dachte schon, dass sich das Thema erledigt hätte.

Rund ein Jahr später meldeten sich die Fernsehmacher erneut. Die Nachricht erreichte sie unterwegs: Cornelia Koall saß nach einem Aufenthalt am Bodensee gerade im Zug durch den Schwarzwald. Dieses Mal klappte es – und die Wallauerin durfte nach Hamburg reisen.

Ein Leibgericht zum Auftakt

In die Woche startete sie mit Risotto Milanese, gebratenem Lachs und Erbsenpüree. Die Wahl kam nicht von ungefähr. Ausgerechnet die „Küchenschlacht“ hatte sie Jahre zuvor auf das Risotto gebracht.

„Ich habe es in der Sendung kennengelernt, irgendwann nachgekocht und seitdem gehört es in den verschiedensten Variationen zu unseren Leibgerichten“, berichtet sie. Genau das schätzt Koall an der Sendung: Es wird viel erklärt, und selbst erfahrene Hobbyköche können sich immer wieder etwas abschauen. Nach eigener Aussage gilt das sogar für die Profis.

Der eigentliche Gegner hieß Zeit

Kameras und Publikum machten Cornelia Koall erstaunlich wenig aus. Schließlich wusste sie, dass die Sendung nicht live ausgestrahlt wurde. Die deutlich größeren Herausforderungen waren das Zeitlimit von nur 35 Minuten – und der Herd. „Da habe ich immer die falschen Kochfelder bedient“, erzählt sie lachend. Immerhin wurde das Verhältnis zwischen Kandidatin und Küchentechnik von Tag zu Tag besser.

Fotos: Cornelia Koall

Besonders angespannt war Koall am vegetarischen Mittwoch. Sie hatte ein Rezept von Johann Lafer verändert, damit es innerhalb der vorgegebenen Zeit überhaupt zu schaffen war. Bis zum Schluss blieb die Sorge, ob ihre angepasste Variante tatsächlich funktionieren würde.

Nelson Müllers Tipps halfen

Mit Nelson Müller als moderierendem Koch hatte Koall nach eigener Einschätzung großes Glück. „Nelson Müller ist ein toller Mensch. Ich habe mich sehr gefreut, als ich hörte, dass ich bei ihm kochen kann.“ Es habe sich gelohnt, genau hinzuhören. Seine Hinweise halfen ihr nicht nur beim Kochen, sondern sorgten auch für etwas Entspannung. Überhaupt habe sie sich vom gesamten Team vor und hinter den Kulissen hervorragend begleitet gefühlt.

Ravioli mit inneren Werten

Besonders im Gedächtnis geblieben ist Cornelia Koall ein Kompliment von Tarik Rose. Für den Juror hatte sie Ravioli zubereitet. Eigentlich sollten diese noch in brauner Butter geschwenkt werden, doch dafür reichten die 35 Minuten nicht mehr aus.

Neben den Tellern ihrer Konkurrenten wirkte ihr Gericht deshalb nach eigener Einschätzung ein wenig trostlos. Doch die Ravioli hatten innere Werte. Tarik Rose stellte fest, dass sich deren wahre Schönheit erst auf den zweiten Blick zeige. „Darüber habe ich mich besonders gefreut“, sagt Koall. Schließlich macht sie Pasta auch zu Hause gerne selbst – und geschmacklich konnte sie den Juror vollständig überzeugen.

Bloß nicht vom Sieg träumen

Den Gedanken, die gesamte Woche gewinnen zu können, schob die Wallauerin möglichst lange beiseite. Sie kannte schließlich genügend Folgen, in denen ein vermeintlicher Favorit einen Tagessieg nach dem anderen holte und kurz vor dem Ziel doch noch ausschied.

„Das macht die ,Küchenschlacht‘ so unglaublich spannend. Es gehört immer noch eine Portion Glück dazu.“

Als Maurizio Oster sie schließlich zur Siegerin kürte, war die Überraschung entsprechend groß. So ganz geheim blieb das Ergebnis bis zur Ausstrahlung allerdings nicht. Familie, enge Freunde und direkte Kollegen bekamen mit, dass Koall noch einmal nach Hamburg fuhr. „Na ja, dann war klar, wie die Woche ausgegangen ist.“

Wallau fieberte mit

Nach der Ausstrahlung erhielt die Ortsbeirätin aus Wallau unzählige Glückwünsche. „Ich habe so viele Rückmeldungen bekommen – unglaublich!“ Dabei habe sie deutlich unterschätzt, wie viele Wallauerinnen und Wallauer regelmäßig die „Küchenschlacht“ schauen.

Ihre Freude am Kochen wurde schon früh geprägt. Vor allem ihre Großmutter war ihr großes Kochvorbild, aber auch von ihrer Mutter hat sie viel gelernt. Dazu kommen Rezepte und Ideen aus anderen Ländern oder von Freunden. Wenn ihr etwas gut schmeckt, fragt sie nach, wie es zubereitet wurde. „Man muss einfach Interesse und Freude am Kochen haben“, sagt Koall. Und gelegentlich müsse man ein Gericht eben mehrmals üben. Das dürfte auch aus der politischen Arbeit bekannt vorkommen: Nicht jede gute Idee gelingt beim ersten Versuch, Hartnäckigkeit zahlt sich am Ende aber häufig aus.

Ravioli für Nelson Müller

Nach ihrem Sieg steht für Cornelia Koall fest, dass sie jederzeit wieder an einer Kochsendung teilnehmen würde. Auch anderen begeisterten Hobbyköchen kann sie eine Bewerbung nur empfehlen. Die Dreharbeiten hätten ihr viel Freude bereitet und sie habe dabei großartige Menschen kennengelernt.

Und falls Nelson Müller irgendwann in Wallau vorbeischaut? Dann würde Cornelia Koall ihm Ravioli mit einer Grüne-Soße-Füllung servieren – natürlich in brauner Butter geschwenkt. Dieses Mal ganz ohne ablaufende Fernsehuhr. psn

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