9. April 2022

Neue Ländcheshalle für Sport, Kultur und Schulsport freigegeben

Mit Fotogalerie

Abteilungsleiterinnen und –leiter des TV Wallau, Stadtrat Bernhard Köppler (2. V.li.), Yvonne Werner (Leiterin Fachbereich Bauen, Umwelt und Natur – li.), mit Bürgermeister Vogt, Präsident Kage, Kreisbeigeordnete Winter und Wolfgang Exner, Erster Stadtrat, (v. li.) die den Hefeteig-Schlüssel präsentieren.

Über ein Jahrzehnt wurde um sie gerungen, die neue Läncheshalle in Wallau, jetzt hat Bürgermeister Christian Vogt den Schlüssel für die neue Ländcheshalle an Michael Kage, Präsident des TV Wallau 1861 e.V., überreicht. Der Verein mit seinen vier Abteilungen wird künftig – wie schon bei der alten Ländcheshalle – der Hauptnutzer der Halle sein.

Einen echten Grund zu feiern hatten die Wallauerinnen und Wallauer am vergangenen Samstag. Der kurzfristig angesetzte Termin zur Schlüsselübergabe der neuen Ländcheshalle, ermöglicht dem TV Wallau und allen anderen Nutzern einen modernen Trainings- und Nutzungsbetrieb unter optimalen Bedingungen. Zu dem soll so dem Verein Planungssicherheit für den kommenden Trainings- und Spielbetrieb gegeben und der nahtlose Übergang von der alten in die neue Halle gewährleistet werden. Nötig wurde dies, da die Stadt die alte Ländcheshalle dem Main-Taunus-Kreis als möglichen Unterbringungsort für Geflüchtete aus der Ukraine gemeldet hat.

„Ich freue mich sehr, dass wir die Halle heute – gut vier Jahre nach dem Spatenstich am 2. März 2018 – in diesem kleinen Rahmen an den Turnverein Wallau übergeben können. Die Stadt hat hier ein zukunftsorientiertes Gebäude für Sport und Kultur sowie den Schulsport der benachbarten Taunusblickschule errichten lassen. Zusammen mit den bereits 2019 sanierten Außenanlagen mit Kunstrasenplatz, Tartanbahn, Weitsprunganlage und Flutlicht bildet die Ländcheshalle eine vorbildliche und vielfältig nutzbare Sport- und Freizeitstätte“, erklärte Bürgermeister Vogt.

Handball-Camp in den Osterferien

Schon in der nächsten Woche findet in der neuen Halle das Handball-Camp in den Osterferien statt. Ebenso wird dort das Tischtennis-Turnier an Pfingsten, bei dem Spielerinnen und Spieler aus ganz Deutschland dabei sind, ausgetragen.

„Für die Schlüsselübergabe war rasches Handeln gefragt, und ich danke der Bauaufsicht des Main-Taunus-Kreises, den Beschäftigten der Stadtverwaltung und dem TV Wallau, dass dies auf den Punkt funktioniert hat“, so Bürgermeister Vogt. Nach den Sommerferien soll die Eröffnung der neuen Ländcheshalle dann mit allen Beteiligten und der Öffentlichkeit nachgefeiert werden. Am Samstag waren der Magistrat, der Ältestenrat, der Ortsbeirat Wallau, der Verein, Kreisbeigeordnete Ute Winter, die Leiterin der Taunusblickschule, Katrin Ipach sowie ihre Vorgängerin Inge Benig vertreten.

Erfolgreicher Spendenlauf

Besonders dankte Vogt dem TV Wallau, dessen Verantwortliche für diesen „Feiertag“ on top noch ein Trainingsspiel der Handballer und einen Spendenlauf zugunsten der Menschen aus der Ukraine auf die Beine gestellt hatte. Für jede Runde auf der 400-m-Bahn spendeten die Läuferinnen und Läufer einen Betrag ihrer Wahl.

Duale Nutzung der Umkleidekabinen

Die neue Ländcheshalle an der Straße „Am Rheingauer Weg 16a“ umfasst eine Dreifeld- und eine Mehrzweckhalle mit Foyer und Umkleiden. Letztere sind auch für den Betrieb auf der Sportplatzanlage gedacht. Somit entstanden zukunftsorientierte Gebäude für Sport- und Kulturvereine und die benachbarte Taunusblick-Schule.

Das Land Hessen fördert den Neubau im Kommunalen Investitionsprogramm (KIP), die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt einen zinsvergüteten Kredit. Eine Million Euro steuert der Main-Taunus-Kreis für die Unterbringung des Schulsports der Taunusblickschule auf einem Feld in der Dreifeldhalle bei.

Kostenloser WLAN Hotspot

Die WI Bank fördert öffentliche WLAN Hot Spots in hessischen Kommunen. In Kürze wird im Bereich der Ländcheshalle ein WLAN Hot Spot aktiviert und steht jedem Gast sowie Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung.

Veranstaltungen mit bis zu 600 Personen möglich

Die Hallen werden vornehmlich dem Vereins- und Schulsport dienen, aber auch für Kultur- und Wettkampfveranstaltungen genutzt. Sie sind für den dazugehörigen Publikumsverkehr und die nötigen Tribünenkapazitäten ausgerichtet. Die Dreifeldhalle kann bis zu 600 Personen aufnehmen und die Mehrzweckhalle bis zu 199 Personen. Neben den beiden Hallen entstanden weitere Räume.

Das architektonische Konzept beruht darauf, möglichst unterschiedliche Räume in Größe und Ausstattung anzubieten, um der Vielfalt der geplanten Aktivitäten gerecht zu werden. Die kleinste Einheit ist ein Gymnastikraum neben der Mehrzweckhalle, gefolgt von der Mehrzweckhalle und schließlich der Dreifeldhalle, deren drei Felder durch Trennvorhänge unterteilt werden können. Auch in der Besucherzone der Dreifeldhalle und im Foyer gibt es Platz für kleinere Veranstaltungen.

Optimierte Architektur

Das zentral liegende Foyer zwischen Dreifeld- und Mehrzweckhalle führt Sportlerinnen und Sportler sowie Gäste in die für sie jeweils richtigen Bereiche:

Die Aktiven erreichen über eine Treppe die Umkleiden und Sanitärräume ein Stockwerk tiefer, wo sich auch die Zugänge auf das Hallenfeld und die Umkleiden des Sportplatzes befinden. Den Sportplatz erreicht man von dort aus über einen separaten barrierefreien Zugangstunnel. Besucherinnen und Besucher der Ländcheshalle gelangen vom Erschließungsweg zwischen Halle und Sportplatz in das im oberen Stockwerk befindliche Foyer. Hier entscheiden sich die Gäste, in welcher Halle sie eine Veranstaltung besuchen wollen. In Richtung der Dreifeldhalle erwartet sie auf der Empore der Garderoben- und Imbissbereich, Toiletten sowie der Zugang zu einer der drei ausgefahrenen Teleskoptribünen.

Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer können den Spielbetrieb von der Empore aus verfolgen. Die Glasbrüstung zur Halle hin dient unter anderem der Überschaubarkeit und Transparenz des Geschehens auf der Sportfläche.

Eine kleine Pantryküche ist für den Verkauf von „Getränken, Würstchen und Kuchen“ geeignet. Die Mehrzweckhalle können Besucherinnen und Besucher sowie Sportlerinnen und Sportler vom Foyer aus durch einen separaten Eingang betreten.

Barrierefreiheit gewährleistet

Sämtliche Wege in der neuen Ländcheshalle werden barrierefrei sein. Für Menschen mit Seh- und Höreinschränkungen gibt es kontraststarke Farben an Treppen, Böden und Wänden sowie einen barrierefreien Aufzug. Blindenleitstreifen führen sie über den Weg im Außenbereich in das Foyer des Neubaus, von dem sie den Weg in die jeweilige Halle finden.

Von außen sind die Eingänge in die Hallen fußläufig über einen neuen öffentlichen barrierefreien Weg erreichbar. Dieser liegt zwischen den Neubauten und der Sportanlage und führt von der Straße „Am Rheingauer Weg“ bis zur neu gebauten Straße „Die Hobelheck“, an der auch der neu gebaute Parkplatz gelegen ist. Dieser deckt den für die neue Ländcheshalle benötigten Bedarf an Pkw-Stellplätzen und auch Park- und Wendemöglichkeiten für Mannschaftsbusse und andere größere Fahrzeuge ab.

Der Schulparkplatz am Rheingauer Weg wurde als Baustelleneinrichtung genutzt. In Absprache mit dem Main-Taunus-Kreis als Eigentümer wurde dieser ebenfalls „in die Jahre gekommene“ Parkplatz neu erstellt. Die Stadt beteiligt sich hieran mit einem Drittel der Kosten.

Das angrenzende Schulgelände erhält, um seine Sicherheit und Eigenständigkeit zu wahren, einen separaten Eingang vom Schulhof über das Foyer zu den Hallen. Dieser Eingang ist ausschließlich der Schule vorbehalten.

In den Hang gebaut

Das Erscheinungsbild der Dreifeldhalle wirkt von außen niedrig. Grund dafür ist die Bauweise: Der Architekt hat sich die Höhenunterschiede zwischen Sportplatz und Taunusblickschule zu Eigen gemacht und die Halle fast bis zur Hälfte in den Erdboden versenkt.

Photovoltaik und Wärmepumpen

Die Neubauten sind energieeffizienter konstruiert, als der Gesetzgeber vorschreibt. Hierdurch war es möglich, über die KfW einen zinsverbilligten Kredit zu erhalten.

Unter anderem findet sich auf dem Dach der Ländcheshalle eine Photovoltaikanlage, deren Erträge in die Halle, aber auch in das öffentliche Netz gespeist werden.

Auf dem Dach befinden sich ebenfalls Wärmepumpen und die Lüftungsanlagen.

Im Gebäude sind viele Funktionen automatisiert. So wird das Licht in fast allen Bereichen auf Bewegung geschaltet. Die Lichtintensität muss entsprechend für den jeweiligen Bedarf des Sports manuell bedient werden.

Platzangebot optimiert

Ebenfalls elektrisch bedienbar sind die unabhängig voneinander ausfahrbaren Teleskoptribünen, die die Sportfläche der Dreifeldhalle mit der Empore der Zuschauer verbinden. Das schnelle Ein- und Ausfahren verkürzt nicht nur die Aufbauzeit erheblich, sondern erlaubt auch, den Trainingsbetrieb quer zur Richtung auszuführen. So kann der Belegungsplan mit mehr Trainingseinheiten gefüllt werden, als es nur eine Bespielbarkeit der gesamten Halle über die Länge zuließe.

Die Beleuchtung der Halle ist integriert in Wärmestrahlheizkörper. Die Erwärmung der Sportfläche ist dadurch energieeffizienter und angenehmer für die Aktiven und das Publikum als zum Beispiel eine Fußbodenheizung oder Heizkörper.

Die Lüftungsanlage, die aus energetischen und Kostengründen keine Klimaanlage darstellt, sorgt für Frischluft und wird durch eine CO2 Messung korrigiert. Im Sommer wird die Nachtkühlung gegen die Erwärmung der Halle genutzt. Die „Versenkung“ zur Hälfte im Erdboden, wirkt sich ebenso positiv auf den energetischen Bedarf und damit auf diese Kosten aus.

Smarte Musikanlage

Neben der zwingend erforderlichen Brandfallbeschallung in Form von Licht, Ton und Sprache, kann jeder Sporthallenbereich individuell mit eigener Musik beschallt werden. Der in die Jahre gekommene CD-Player kann durch das Smartphone jeder Übungsleiterin und jedes Übungsleiters ersetzt werden.

Viele Sportgeräte wie Basketballkörbe, Sprossenwände, Falttrennwände und Ballfangnetze können manuell per Schlüssel herabgelassen werden, auch um die Prallwandflächen frei von Gefahren zu halten.

Für eine bessere Akustik und eine Reduzierung von Hall-Effekten in beiden Hallen wurden gemäß dem Schallgutachten in den Prallwänden und in der Deckenkonstruktion großflächig kleine Lochungen vorgesehen.

In jedem Bereich der Hallen wurden Anschlüsse für unterschiedlich starke Stromabnehmer installiert. Der Bedarf wurde im Vorfeld der Planung bei den Nutzerinnen und Nutzern abgefragt. Weiterhin befinden sich in allen Räumlichkeiten Daten-Anschlüsse für eine Verbindung mit einem zentralen Server, was die zukünftige Ausnutzung der Hallen mit neuen Ideen vereinfacht. red

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