30. August 2021

Kampf den Kippen

Auch in Hofheim sollen Sammelbehälter aufgestellt werden

Die Kreisbeigeordneten Thorsten Schorr (links) und Madlen Overdick Niko Schlesinger vom Wertstoffhof in Wicker starteten die Kampagne zur Sammlung von Zigarettenkippen. Foto: RMD

Arsen, Blei, Cadmium, Formaldehyd, Nikotin – diese und eine Reihe anderer Giftstoffe finden sich in Zigarettenkippen. Deshalb ist es ein Problem, wenn diese achtlos in die Natur geworfen werden – der Regen spült die Giftstoffe aus, dadurch können diese ins Grundwasser gelangen. Rund 40.000 Tonnen Kippen fallen jährlich in Deutschland an, rund 80 Prozent davon werden einfach in die Umwelt geworfen. Jeder einzelne Zigarettenstummel aber kann viele Liter Wasser verseuchen.

Das soll anders werden. Dieser Meinung ist auch die Rhein-Main Deponie GmbH (RMD), die auch für Schwalbach zuständig ist. Als gemeinsames Unternehmen der beiden Landkreise Hochtaunus und Main-Taunus mit vielfältigen Kompetenzen in der Abfallentsorgung sieht es die RMD als ihre Aufgabe an, bei der Lösung des Problems zu helfen. Sie ist deshalb Mitglied des in Köln ansässigen und gemeinnützigen Vereins „Tobacycle n.e.V.“ geworden, der sich speziell der Sammlung und Verwertung der Zigarettenkippen verschrieben hat.

Die beiden Landkreise haben sich bereit erklärt, für jede der 24 kreisangehörigen Kommunen je einen Sammelbehälter für Zigarettenkippen zu finanzieren. Die Kommunen entscheiden selbst, wo die Behälter aufgestellt werden. Privatpersonen, Unternehmen und andere können in diese Behälter die von ihnen gesammelten Kippen entsorgen. Passende Sammeldosen können sie über die Homepage des Vereins beziehen. Weitere zentrale Sammelbehälter für die Kommunen wiederum können auch über die RMD bezogen werden. Die in diesen Behältern gesammelten Kippen können ab 1. September zum Beispiel am Wertstoffhof der RMD in Flörsheim-Wicker abgegeben werden.

„Ich freue mich, dass für dieses Umweltproblem eine Lösung gefunden wurde und wir dabei einen Beitrag leisten können“, kommentiert RMD-Geschäftsführerin Beate Ibiß. Sie geht fest davon aus, dass sich tatsächlich alle Kommunen in den beiden Landkreisen an der Aktion beteiligen. „Ich appelliere außerdem an die Bürger, sich ihre individuellen Sammelbehälter zu besorgen und keine Kippen mehr auf die Straße oder in die Natur zu werfen“, sagt die RMD-Chefin.

Was mit den Kippen passiert, hängt von der Qualität ab. Saubere und trockene Zigarettenstummel können stofflich wiederverwendet werden – es entstehen Recyclingprodukte wie etwa die Sammeldosen, die alle Raucher dabei haben sollten. Nasse und verschmutzte Kippen gelangen in Vergärungs- oder Verbrennungsanlagen und werden dort zur Stromerzeugung genutzt. red

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