27. Januar 2022

Keine amerikanischen Raketensysteme in Erbenheim stationiert

Stellungnahme

Auch in Wallau haben es die Bürgerinnen und Bürger schon bemerkt, am Erbenheimer Flughafen ist viel Betrieb. Deutlich mehr Flugbewegungen, helle Beleuchtung fast in der gesamten Nacht beunruhigen – mit Blick auf die Krise in der Ukraine – viele Menschen. Der Wiesbadener Oberbürgermeister hat daher eine Anfrage zur Stationierung von Raketensystemen an das deutsche Verteidigungsministerium gerichtet.

Zu Vermutungen und Berichterstattung in Verbindung mit der Stationierung des 56. Artilleriekommandos in Wiesbaden/Kastel im November 2021 hatte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende die Bundesministerin der Verteidigung, Christine Lamprecht, angeschrieben und um aufklärende Unterstützung gebeten. In dem jetzt vorliegenden Brief der Ministerin heißt es wörtlich: „Die US-Regierung hat bestätigt, keine Raketensysteme beim 56th Artillery Command im Ortsbezirk Mainz-Kastel der Stadt Wiesbaden zu stationieren.“

„Ich bin der Ministerin sehr dankbar für ihr Verständnis für die Wiesbadener Sorgen und ihren zeitnahen Kontakt mit dem amerikanischen Verteidigungsminister. Die Aussage, dass keine Raketensysteme stationiert werden sollen, dient der notwendigen Klarheit“, sagt Oberbürgermeister Mende.

Offizielle Stellungnahme des amerikanischen Verteidigungsministers

Bundesministerin Christine Lamprecht hat in ihrem Schreiben versichert, die Sorgen der Wiesbadener Bürgerinnen und Bürger vor einer Stationierung von Langstreckenraketen in Wiesbaden sehr ernst zu nehmen. Sie habe das Thema in einem ersten Gespräch mit dem US- amerikanischen Verteidigungsminister Lloyd Austin angesprochen. Dieser habe bestätigt, dass es nicht beabsichtigt sei, Raketensysteme in Wiesbaden zu stationieren. Dieses hätte er auch klar gegenüber dem für Stationierungsfragen zuständigen Auswärtigen Amt so formuliert. Das Bundesverteidigungsministerium will nach Aussage der Ministerin in allen bündnispolitisch relevanten Fragen weiterhin im engen Austausch mit den amerikanischen Verbündeten bleiben.

Wie der hessische Rundfunk am 13. Januar dieses Jahres berichtete wurde bereits im vergangenen Jahr das 56. Artillerie-Kommando reaktiviert. Diese Einheit kontrollierte einst nuklear bestückte Mittelstreckenraketen.

Die Frage, was der Grund für die aktuell erhöhten Aktivitäten ist, blieb bei der Stellungnahme allerdings unbeantwortet. red

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