Mit den ersten warmen Tagen verlagert sich das Leben wieder stärker nach draußen – auch bei vielen Jugendlichen. Die Stadtpolizei reagiert darauf und will in den kommenden Monaten verstärkt Präsenz an bekannten Treffpunkten zeigen. Im Mittelpunkt steht dabei ausdrücklich nicht das Vertreiben, sondern der Dialog.
„Jugendliche sind in unserer Stadt willkommen“, betont Annika Allendorff, Leiterin des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung. Entscheidend sei jedoch, dass gemeinsame Regeln eingehalten werden – etwa beim Umgang miteinander, beim Thema Müll oder beim Jugendschutz. „Wir setzen auf Kommunikation statt auf Gängelung.“
Präsenz auch in Wallau
Auch in Wallau gibt es Orte, an denen sich regelmäßig Gruppen treffen. Ob und in welchem Umfang die Stadtpolizei dort künftig verstärkt Präsenz zeigen wird, ist bislang nicht konkret benannt. Aus Sicht vieler Anwohner könnten jedoch insbesondere der Bolzplatz an der Feuerwehr, das Umfeld des Wandersmann-Denkmals sowie der hintere Parkplatz der neuen Ländcheshalle stärker in den Blick genommen werden.
Gerade hier wäre ein frühzeitiger Dialog sinnvoll – nicht erst dann, wenn sich Beschwerden häufen.
Beispiel aus Marxheim
Wie dieser Ansatz konkret aussehen kann, zeigt ein Einsatz im April am Aussichtspunkt „Frankfurter Skyline“ nahe des Bürgerhauses Marxheim. Dort hatten sich zuvor Beschwerden über Müll und nächtliche Feiern gehäuft. Beim Eintreffen der Streife suchten rund 30 Jugendliche zunächst das Weite. Zurück blieben Abfälle, Alkoholflaschen sowie Tabakprodukte und E-Zigaretten. Die Beamten räumten den Platz und stellten entsprechende Gegenstände sicher.
Wenig später kehrten einige Jugendliche zurück. Die Stadtpolizei nutzte die Gelegenheit für Gespräche – mit Fokus auf Aufklärung statt Sanktionen. Themen waren unter anderem:
- Jugendschutz und gesetzliche Regeln zu Alkohol und Tabak
- Rücksichtnahme auf Anwohner
- Verantwortung für Sauberkeit und Umwelt
Prävention statt Strafen
In den kommenden Monaten sollen solche Einsätze häufiger stattfinden – auch in Zusammenarbeit mit der aufsuchenden Jugendarbeit. Die Stadt setzt dabei bewusst auf einen präventiven Ansatz.
Die entscheidende Frage bleibt: Wo genau wird diese Präsenz sichtbar? Für Wallau gibt es dazu bislang keine konkreten Aussagen – Ideen und Vorschläge aus der Bürgerschaft liegen aber auf dem Tisch. psn