Mit der Pressemitteilung zum Gewerbegebiet „In der Lach“ schafft die Stadt Hofheim Fakten: Während der Flächentausch mit der Krieger Grundstücksgesellschaft als finanzieller Erfolg gefeiert wird, fällt auf, was in der Mitteilung fehlt. Vorgesehen sind öffentliche Verkehrsflächen, ein Geh- und Radweg sowie perspektivisch eine Bushaltestelle. Eine Straßenverbindung zwischen den beiden künftigen Gewerbegebieten „In der Lach“ und Wallau III für den Pkw- und Lkw-Verkehr findet dagegen keine Erwähnung.
Dabei hat das erst in dieser Woche vorgestellte Verkehrsgutachten zu Wallau III genau diese Verbindung als eine der sinnvollsten Möglichkeiten bezeichnet, um den Verkehr künftig stärker über die Anschlussstelle Diedenbergen abzuleiten und die bereits heute überlastete Anschlussstelle Wallau Nord zu entlasten.
In der Sondersitzung des Wallauer Ortsbeirats erklärte Erster Stadtrat Daniel Philipp, die bereits früher diskutierte Querspange könne nicht mehr umgesetzt werden. Eine Wiederaufnahme würde ein neues Planverfahren erforderlich machen und sei deshalb kurzfristig nicht realisierbar.
Genau an diesem Punkt stellen sich jedoch zahlreiche Fragen.
Warum wurde eine mögliche Straßenverbindung zwischen zwei unmittelbar nebeneinander entstehenden Gewerbegebieten überhaupt aus der Planung herausgenommen? Weshalb wurde die Chance vertan, beide Gebiete von Anfang an gemeinsam zu denken? Und warum wird nun argumentiert, eine Neuplanung sei zu aufwendig, obwohl die Verkehrsprobleme seit Jahren bekannt sind?
Noch schwerer wiegt die Frage, welche langfristigen Folgen diese Entscheidung hat. Die Stadt investiert gemeinsam mit Hessen Mobil in die Ertüchtigung der Verkehrsknoten rund um Wallau. Gleichzeitig zeigt das Verkehrsgutachten deutlich, dass eine spürbare Entlastung der Anschlussstelle Wallau Nord nur dann erreicht werden kann, wenn ein größerer Teil des Verkehrs über Diedenbergen geführt wird. Ohne eine direkte Straßenverbindung zwischen beiden Gewerbegebieten bleibt dieses Ziel deutlich schwerer erreichbar.
Gerade deshalb erscheint die Aussage, eine Querspange sei aus planungsrechtlichen Gründen nicht mehr möglich, wenig zukunftsorientiert. Planungen können geändert werden – wenn der politische Wille vorhanden ist. Angesichts der jahrzehntelangen Entwicklungszeit beider Gewerbegebiete sollte die Stadt prüfen, ob eine Anpassung des Bebauungsplans nicht langfristig mehr Nutzen bringt als das Festhalten an einer Planung, die eine der wirksamsten Entlastungsmaßnahmen ausschließt.
Wenn Wallau III und „In der Lach“ tatsächlich die wirtschaftliche Zukunft Hofheims sichern sollen, dann sollte auch die Verkehrsinfrastruktur konsequent auf dieses Ziel ausgerichtet werden. Andernfalls droht die Chance auf eine nachhaltige Entlastung der Anwohner in Wallau und Diedenbergen dauerhaft vergeben zu werden. psn