Mit Verwunderung nimmt der Gewerbeverein Hofheim-Wallau die erneute Kritik des ehemaligen Stadtverordneten Bernd Hausmann an der Entwicklung neuer Gewerbeflächen in seinem Kommentar im Höchster Kreisblatt zur Kenntnis und reagiert mit der nachfolgenden Pressemitteilung.
Dabei fällt auf, dass in der öffentlichen Diskussion immer wieder dieselben Argumente vorgetragen werden, obwohl zentrale Fragen in den vergangenen Wochen und Monaten bereits ausführlich beantwortet wurden. Anstatt die inzwischen vorliegenden Erkenntnisse in die Debatte einzubeziehen, werden bereits geklärte Sachverhalte erneut infrage gestellt.
Dies gilt insbesondere für die Behauptung, die Stadt habe keinen Einfluss darauf, welche Unternehmen sich im geplanten Gewerbegebiet Wallau III ansiedeln könnten und es bestehe deshalb die Gefahr großflächiger Logistikbetriebe.
Mehrfach erläutert und begründet
Genau dieser Punkt wurde in der gemeinsamen Sondersitzung der Ortsbeiräte Wallau und Diedenbergen ausführlich behandelt. Der Investor erläuterte dort nachvollziehbar, dass das flexible Flächenkonzept sowohl die Ansiedlung eines einzelnen Gesamtnutzers als auch mehrerer kleiner und mittelständischer Unternehmen ermöglicht. Logistiknutzungen sind grundsätzlich zwar denkbar, hochfrequente Logistik oder reine Speditionsbetriebe sind an diesem Standort jedoch weder wirtschaftlich realistisch noch Gegenstand der Planung. Wallau III ist vielmehr auf hochwertige Gewerbebetriebe und mittelständische Unternehmen ausgerichtet. Diese Erläuterungen erfolgten öffentlich und sind dokumentiert.
Auch die Aussage, in Hofheim stünden ausreichend Gewerbeflächen zur Verfügung, entspricht nach Auffassung des Gewerbevereins nicht der Realität. Aus zahlreichen Gesprächen mit Unternehmen wissen wir, dass insbesondere expandierende mittelständische Betriebe seit Jahren vergeblich nach geeigneten Erweiterungsflächen suchen.
Keine Flächen verfügbar
Unternehmer wie Holger Helmiss, Wallau, die Firma V+P GmbH, Wallau sowie die Firma Kolb haben ihre Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Erweiterungsflächen mehrfach öffentlich geschildert. Ihre Erfahrungen stehen stellvertretend für zahlreiche mittelständische Betriebe, die in Hofheim investieren, Arbeitsplätze sichern und Gewerbesteuer vor Ort zahlen möchten, dafür aber keine geeigneten Entwicklungsmöglichkeiten finden.
Der Gewerbeverein würde deshalb gerne erfahren, welche konkreten und realistischen Alternativen Herr Hausmann den heimischen Unternehmen anbietet, die seit Jahren vergeblich nach Erweiterungsflächen suchen.
Lösungen anbieten
Wer die Entwicklung neuer Gewerbeflächen ablehnt, sollte zugleich aufzeigen, wo bestehende Betriebe künftig wachsen können. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Investitionen, Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen in Nachbarkommunen verlagert werden.
Um Hofheim als modernen Wirtschaftsstandort weiter zu stärken und im Wettbewerb mit den Nachbarkommunen bestehen zu können, begrüßt der Gewerbeverein ausdrücklich die Entwicklung eines MultiBusinessHub. Das Konzept schafft ein hochwertiges und homogenes Unternehmensumfeld für mehrere Unternehmen unterschiedlicher Größe und ermöglicht eine flexible sowie zukunftsorientierte Flächennutzung. Damit erhalten sowohl expandierende mittelständische Betriebe als auch neue Unternehmen die Möglichkeit, sich langfristig in Hofheim anzusiedeln oder am Standort zu wachsen. Gleichzeitig stärkt ein solcher Unternehmenscampus das wirtschaftliche Profil der Stadt und erhöht ihre Attraktivität im regionalen Wettbewerb.
Unzweifelhafter Bedarf
Für den Gewerbeverein ist deshalb klar: Die wirtschaftliche Entwicklung Hofheims benötigt zusätzliche Gewerbeflächen. Sie sind eine wesentliche Voraussetzung, um den Mittelstand zu stärken, bestehende Arbeitsplätze zu sichern, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die kommunalen Einnahmen langfristig zu stabilisieren.
Ebenso selbstverständlich ist, dass bei der Entwicklung neuer Gewerbeflächen die Belange von Verkehr, Umwelt und Anwohnerschaft angemessen berücksichtigt werden. Der Gewerbeverein setzt sich deshalb seit Beginn des Verfahrens ausdrücklich für die Umsetzung der notwendigen Verkehrsentlastungsmaßnahmen ein.
Lösungsorientierte Debatte gefordert
Eine konstruktive Diskussion lebt vom Austausch unterschiedlicher Positionen. Sie setzt jedoch voraus, dass neue Erkenntnisse und belastbare Fakten in die Bewertung einfließen. Wer bereits beantwortete Fragen immer wieder neu aufwirft, trägt nicht zu einer lösungsorientierten Debatte bei.
Hofheim braucht jetzt keine immer wiederkehrenden Grundsatzdebatten über bereits geklärte Sachverhalte, sondern tragfähige Lösungen für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt. Der Gewerbeverein wird diesen konstruktiven Weg auch weiterhin aktiv begleiten. red
