16. April 2021

Wallaus ehemaliges Milchhäuschen bekommt Anschluss an die Heizungszentrale

Anschluss an Nahwärmezentrum

Straßenschild Recepturhof
Der erste Termin für den Weinstand der Ländchesmusikanten entfällt. Foto: Rudy Görgen

In der Woche ab dem 19. April beginnen die Tiefbauarbeiten zum Anschluss des fünften von sechs Häusern des Gebäudeensembles Recepturhof Wallau – das ehemalige Milchhäuschen – an das Nahwärmezentrum.

Die Baustelle ist verbunden mit einer halbseitigen Fahrbahnsperrung der Bachgasse vor dem Haus Recepturhof 6. Die Sperrung wird vom 19. April bis voraussichtlich 12. Mai bestehen. Im Baustellenbereich, auf der Länge des Parkstreifens im Bereich Bachgasse, wird eine Haltverbotszone eingerichtet. Die Zufahrt zum Recepturhof wird für die Dauer der Baumaßnahme mit einer stabilen Stahlplatte abgedeckt. So wird die Zufahrt für Anlieger, Feuerwehr, Einsatzfahrzeuge sowie für den Markthändler gewährleistet. Es kann zu geringfügigen Behinderungen beim Parken auf dem Recepturhof kommen, der jedoch voll nutzbar bleibt.

Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble Recepturhof besteht aus sechs Häusern. Dazu zählen die alte Wallauer Schule (Recepturhof 1), das Wanaloha Haus (Recepturhof 2), das Amtshaus des Ländchens (Recepturhof 3), das Rathaus mit der Außenstelle (Recepturhof 4 und 5) sowie das ehemalige Milchhäuschen (Recepturhof 6). Inzwischen werden die Räumlichkeiten unter anderem als Mietwohnungen, als Sitz des Heimat- und Geschichtsvereins, als Pizzeria sowie als Standort der Wallauer Apotheke und einer Zahnarztpraxis genutzt.

Bis 2014 haben zwei Heizkessel aus dem Jahr 1994 die Gebäude Recepturhof 3 und 5 sowie 4 mit Wärme versorgt. Im Zuge der Sanierung wurde eine gemeinsame Erdgas-Heizungszentrale für die Gebäude 2 bis 5 errichtet. Ausgeführt wurden eine Erdgas-Brennwertkaskade mit einer Gesamtleistung von 150 Kilowatt, Hocheffizienzpumpen an den einzelnen Heizkreisen, hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage durch Austausch der Thermostatventile und Einbau von zusätzlichen Strang-Regulierungsventilen. Das Haus 2 wurde von ehemals Elektroheizung mittels Nachtspeicheröfen auf konventionelle Warmwasser-Heizkörper umgestellt und an die Nahwärmeleitung angeschlossen. Für diese Maßnahmen wurden städtische Mittel in Höhe von insgesamt 86.500 Euro eingesetzt.

Die Gebäude 1 und 6 wurden zunächst weiterhin autark betrieben. Jedoch wurde bereits der Anschluss des ehemaligen Milchhäuschens (Haus 6), heute eine Pizzeria, über eine erdverlegte Fernleitung vorgesehen. Dieser Plan wird nun umgesetzt. Die Kosten für diese Maßnahme liegen bei rund 27.000 Euro. Das Haus 1 wird aufgrund seiner Größe und Lage nicht angebunden.

Die Erdgas-Heizungszentrale reduziert nicht nur Energie- und Betriebskosten und die Kohlendioxid-Emissionen, sondern lässt optional die Vernetzung mit weiteren, auch nicht-städtischen Gebäuden zu und würde eine Umstellung auf regenerative Energieträger wie zum Beispiel Holzpellets erleichtern.

Mit dem Nahwärmezentrum hat sich die Stadt Hofheim für eine hervorragende Lösung entschieden, denkmalgeschützte Gebäude in alten Ortskernen, bei denen eine Außendämmung nicht erlaubt ist, energetisch zu ertüchtigen. Der frühere Energieverbrauch von rund 221.000 Kilowattstunden pro Jahr reduzierte sich um rund 20 Prozent auf 176.000 Kilowattstunden pro Jahr, was einer Absenkung der Heizkosten in Höhe von jährlich 3.100 Euro beziehungsweise einer Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen in Höhe von 11,3 Tonnen pro Jahr entspricht. red

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